"100km-Duathlon" ... rund um Dresden

Reminiszenz eines erfüllten Traums

November 1994: Regen; Lauftreff im Großen Garten, trübseliges Dahintraben mit Freunden, nach 15 km die Idee: 100 Jahre Gymnasium Dresden Plauen = 100 km Rund um Dresden!

Wie sollten die Bedingungen dafür sein, dass möglichst viele Schüler angesprochen werden? Sind 100 km überhaupt zu bewältigen? Eine Idee war geboren. Die Idee wuchs und in ersten Gesprächen mit erfahrenen Kollegen kristallisierten sich zwei getrennte aber auch irgendwie identische Vorhaben heraus: „100km ... rund um Dresden“  hieß die Herausforderung.

August 1995: Durch Frau Schmidt erhielten alle Klassen 7 bis 10 Aufträge, die als langfristige Exkursion entlang der Stadtgrenze unserer Heimatstadt Dresden geplant, alle Schüler mit Aufgaben auf geschichtlichen, biologischem, geologischem, chemischem, literarischem und nicht zuletzt sportlichem Gebiet forderten. Für die Bewältigung der jeweils 3 bis 5 km oder der Überwindung der Elbe hatte jede Klasse ein Zeitlimit von 30 Minuten zur Verfügung. Die Schüler der jeweiligen Klasse sollten an mehreren Nachmittagen „ihre“ Strecke erkunden und am Ende in einer Sammlung von Ordnern für zukünftige Wandertage dokumentieren. Große Kopfzerbrechen bei der Vorbereitung bereitete die Elbquerung unterhalb von Dresden-Kaditz, denn Armee, Polizei und Feuerwehr fanden zwar die Idee interessant, sahen sich dann aber nicht in der Lage uns über den Strom zu setzen. Am Ende sprangen die Kameraden von der DLRG ein, denen hier ein besonderer Dank gebührt.

Mai 1996: ein speziell für den Lauf gefertigter Wimpel mit dem neuen Schullogo ging am 14.05.96 exakt um 7.30 Uhr auf die Strecke. Wir alles klappen? Ist jede Klasse auf ihrem Posten? Zwischenmeldungen über verirrte Schüler in der Dresdner Heide sorgten für Spannung. Durch den heroischen Einsatz von Frau Laubender wurde die Fahne gerettet und am Ende der Kreis geschlossen. Nach 13,5 Stunden lief die Zielklasse ins Schulgelände ein.

 

100 km am Stück – gibt es eine Möglichkeit diese 100 km von Schülern und Lehrern in einem Zug hintereinander zu bewältigen? 100 km Radfahren das schaffen schon viele. Also war die Idee des 100 km Duathlons geboren, fünf Sportler – vier Radfahrer und ein Läufer – sollten sich abwechseln. Schon im Frühjahr 1995 ging es während der Projektwoche mit Schülern auf Streckensuche. Mit dem Finger auf der Landkarte ist alles ganz einfach! Wehe aber wenn man vor den Bergen und Tälern im Dresdener Süden steht. Ein Berg ist höher als der andere und Verkehr ist auch reichlich auf den Straßen. Mit dem Fahrrad ging die Suche weiter. Wege und Nebenstraßen sollten es sein. Der Wilisch wurde aus der Streckenplanung wieder entfernt, als wir Mitte April im Schnee versuchten mit den Fahrrädern die Runde abzufahren. Letztlich war die Streckenführung immer noch bergig genug.

Der europaweiten Ausschreibung folgten die Mannschaften aus Reutlingen, zwei Ehemaligenmannschaften, zwei Schülermannschaften und unser Lehreteam.

Pünktlich um 7.30 Uhr starteten wir gemeinsam mit der Schülerstaffel auf dem Sportplatz unserer 100-jährigen Schule. Schnell zog sich das Feld der Läufer und Radfahrer auseinander, und man sollte es nicht glauben, doch die Läufer waren, zumindest an den Bergstrecken, im Vorteil. Feste Verpflegungs- und Sammelposten drosselten die hitzigen Gemüter auf ein gleichmäßiges Tempo, sparten Kräfte und formten den Teamgeist. Zwischenzeitlich war für die Radfahrer Zeit für ein Gespräch und immer gab es für die jeweiligen Läufer aufmunternde Worte. Die Elbquerung in Heidenau und der anschließende Aufstieg zum Borsberg bleiben wohl allen in Erinnerung! Erst in Bühlau gelang es den Radfahrern wieder zu den führenden Läufern aufzuschließen. Gemeinsam bewältigten wir den schönsten Teil der Strecke durch die Dresdener Heide. Als in Klotzsche wieder die Spitzenläufer das Tempo verschärften, riss das Feld schnell auseinander und musste an der Baumwiese wieder gesammelt werden. Erste Ermüdungserscheinungen zeigten sich an der Eisenbahnbrücke in Niederwartha – aber wer will schon aufgeben? Den neuen Elb-Radweg nutzend, führte die Strecke linkselbisch wieder nach Dresden, durch den Zschonergrund aufsteigend nach Gompitz und Altfranken. Von hier waren es noch ca. 7 km. An der letzten Verpflegungsstelle gab es dann plötzlich kein Halten mehr und die Schüler der 11. Klasse eröffneten den Zielspurt. Eine Herausforderung, der sich die erste Ehemaligenmannschaft, die Lehrermannschaft und auch die 12. Klasse stellten. Aller 500 m fliegender Wechsel zwischen Läufer  und einem Radfahrer des jeweiligen Teams. Im Spurttempo ging es durch Pesterwitz nach Dölzschen und hinab in den Plaunschen Grund.

Die Mannschaft der 11. Klasse führte mit ca. 100 m Vorsprung vor den Ehemaligen und der Lehrermannschaft. Vor der Schule schmolz der Abstand auf 70 m zusammen. Im Zielspurt behauptete die Ehemaligenmannschaft ihre Souveränität und kam kurz vor der Mannschaft der 11. Klasse und den Lehrern ins Ziel.

Anerkennenswert, dass alle Mannschaften das Ziel vor der Turnhalle erreichten! Geschafft aber glücklich!

Ein Traum hat sich erfüllt, eine Idee wurde Wirklichkeit! Allen Teilnehmern herzlichen Glückwunsch und danke fürs Mitmachen!

Matthias Weber