"100km-Duathlon" ... rund um Dresden

100 Kilometer ... oder der Kampf mit sich selbst

Schon zum vierten Mal hieß es Anfang Mai 1999 am Gymnasium Dresden-Plauen „Auf die Plätze, fertig, los“. 13 Mannschaften wollten den „langen Kanten“ von 100 Kilometern per pedes und im Fahrradsattel bewältigen. Das 65 köpfige Starterfeld wurde 7.45 Uhr vom Schulleiter Herrn Forberg ins Rennen geschickt.

Die Sonne lachte vom Himmel und erwärmte die Läufer und Fahrer. Schon in Kleinnaundorf sah man auf den Gesichtern die ersten Schweißtropfen. Die Strecke, den meisten Teilnehmern aus dem Vorjahr bekannt, führte im Südwesten der Landeshauptstadt durch die Weißeritztäler, den Tharandter Wald ins frühlingshafte Triebischtal. Der landschaftlich schönste Teil der Tour war auch der konditionell schwierigste und erforderte von den Fahrern gute Fähigkeiten beim Orientieren, denn einige der Mannschaften legten im Tharandter Wald eine Ehrenrunde ein, ehe sie unter dem Dach einer neuen Wanderhütte, kurz nach Mohorn, verbrauchte Energien ersetzen konnten.

Nach der Hälfte der Strecke war eine Vorentscheidung über den Ausgang des Rennens bereits gefallen, denn die führende Mannschaft hatte hier schon einen Vorsprung von gut fünfzehn Minuten.

Ein Mannschaftswettkampf dieser Art hat seine eigenen Gesetze, weil er ganz wesentlich auf die mannschaftliche Geschlossenheit ausgerichtet ist und jeder Teilnehmer seinen Beitrag leisten muss. Die alten Füchse der Tour, die schon zum vierten Mal dabei waren, wussten, dass der Anteil auf dem Fahrrad nicht unbedingt den einfacheren Part eines solchen Duathlons darstellt. Neulinge bekamen das sehr bald zu spüren, als sie sich dem Läufer gegenüber in einer ständigen Aufholjagd befanden.

Ab Munzig führte uns die Strecke entlang der Straße das Triebischtal abwärts. Hier hatten die Radfahrer endlich Gelegenheit sich zu entspannen. Die Hitze ließ schon manchmal den Gedanken an ein baldiges Ende der Tor-Tour aufkommen. Warum tut man sich so etwas an, fragte ich mich, als ich wieder einmal in der prallen Sonne mit festen Oberschenkeln vom Radfahrer zum Läufer mutierte. Glücklicherweise stand am Ortseingang Meissen unser Australier Richard Meiers mit einem großen Pott Tee und den von Dresden Menü gesponserten Äpfeln. „Ab hier sind es nur noch 30 Kilometer“, sagte ich mir, und gleich lief es wieder ein Stück besser.

Der stark bevölkerte rechtselbische Radweg erschien unter der brennenden Sonne besonders lang. Häufig äußerten Passanten ihr Unverständnis darüber, dass vier Radfahrer einen armen Läufer so treiben können, insbesondere, wenn dieser Läufer noch dem zarten Geschlecht entstammte. Hier zeigten unsere Damen, was in ihnen steckt!

Der Steilaufstieg nach Oberwartha entschied das Ringen um Platz vier eindeutig zugunsten der durchtrainierten Damen und Herren, die unserer Lehrermannschaft eindeutig die Schlusslichter zeigten, als wir keuchend unsere schweren Räder den viel zu steilen Berg hinaufschoben. Glücklicherweise konnten wir uns in Oberwartha liebevoll von den netten Damen am Verpflegungspunkt fünf liebevoll verwöhnen lassen, so dass die verbleibenden 15 Kilometer absehbar wurden.

Sieger gab es auf dieser Tour viele. Alle, die ankamen, wurden mit Applaus begrüßt. Euch allen meinen herzlichen Glückwunsch, und schon heute spreche ich die Einladung zum kleinen Jubiläum am 6. Mai 2000 aus, wenn es dann zum fünften Mal heißt: "100km-Duathlon ... rund um Dresden“.

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Matthias Weber